Stille Heldinnen – Stille Helden
ORTE DER HELFENDEN

1933-1945

Niedersachsen und Bremen

Entnazifizierungsakte

Deutsche Bürgerinnen und Bürger füllen unter den Augen der britischen Besatzungsmacht in Hamburg den Fragebogen aus - Quelle: http://media.iwm.org.uk/iwm/mediaLib//36/media-36820/large.jpg (Gemeinfrei)

Entnazifizierung: Nach dem Ende des Krieges bemühten sich die Besatzungsmächte, die Spuren des Nationalsozialismus zu beseitigen. Sie versuchten darum, ehemalige Nationalsozialisten aus ihren Positionen im öffentlichen Dienst zu entfernen. Zahlreiche Personen wurden überprüft und mussten einen Fragebogen mit mehr als 100 Fragen ausfüllen. Auf der Grundlage dieses Fragebogens entschieden Entnazifizierungsausschüsse darüber, ob eine Person als „Hauptschuldiger“, „Belasteter“, „Minderbelasteter“, „Mitläufer“ oder „Entlasteter“ einzustufen sei und somit darüber, ob sie weiter beschäftigt oder entlassen werden sollte. Ehemalige Mitglieder der NSDAP konnten sich dadurch entlasten, dass sie Leumundszeugnisse einreichten. Freunde, Bekannte oder Berufskollegen konnten darin bezeugen, dass der Betreffende unpolitisch war, einen anständigen Charakter hatte oder dass er ihnen persönlich in einer schwierigen Situation geholfen hat. Es ist heute schwer zu entscheiden, ob diese eidesstattlichen Erklärungen der Wahrheit entsprachen. Schon damals nannte man sie ironisch „Persilscheine“, weil auch überzeugte NS-Täter damit versuchten, das eigene Verhalten „reinzuwaschen“. Aber man sollte diese Dokumente nicht automatisch in Zweifel ziehen. Die Entnazifizierungsakten, die heute in den einzelnen Niedersächsischen Staatsarchiven lagern, stehen seit 1987 der Forschung zur Verfügung und bilden einen wichtigen Quellenbestand für die Erforschung der „Stillen Heldinnen und Helden“.

Literatur:

Lengnik, Antje: Ein „reiner Mitläufer aus Zwang“. Erfolg und Scheitern der Entnazifizierung in Niedersachsen. In: Sabine Graf, Gudrun Fiedler und Michael Hermann (Hrsg.): 75 Jahre Niedersachsen. Einblicke in seine Geschichte anhand von 75 Dokumenten. Göttingen 2021 [Wallstein Verlag], S. 52-55.

Lessau, Hanne: Entnazifizierungsgeschichten. Die Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit in der Frühen Nachkriegszeit. Göttingen 2020 [Wallstein Verlag].

Entnazifizierung: Nach dem Ende des Krieges bemühten sich die Besatzungsmächte, die Spuren des Nationalsozialismus zu beseitigen. Sie versuchten darum, ehemalige Nationalsozialisten aus ihren Positionen im öffentlichen Dienst zu entfernen. Zahlreiche Personen wurden überprüft und mussten einen Fragebogen mit mehr als 100 Fragen ausfüllen. Auf der Grundlage dieses Fragebogens entschieden Entnazifizierungsausschüsse darüber, ob eine Person als „Hauptschuldiger“, „Belasteter“, „Minderbelasteter“, „Mitläufer“ oder „Entlasteter“ einzustufen sei und somit darüber, ob sie weiter beschäftigt oder entlassen werden sollte. Ehemalige Mitglieder der NSDAP konnten sich dadurch entlasten, dass sie Leumundszeugnisse einreichten. Freunde, Bekannte oder Berufskollegen konnten darin bezeugen, dass der Betreffende unpolitisch war, einen anständigen Charakter hatte oder dass er ihnen persönlich in einer schwierigen Situation geholfen hat. Es ist heute schwer zu entscheiden, ob diese eidesstattlichen Erklärungen der Wahrheit entsprachen. Schon damals nannte man sie ironisch „Persilscheine“, weil auch überzeugte NS-Täter damit versuchten, das eigene Verhalten „reinzuwaschen“. Aber man sollte diese Dokumente nicht automatisch in Zweifel ziehen. Die Entnazifizierungsakten, die heute in den einzelnen Niedersächsischen Staatsarchiven lagern, stehen seit 1987 der Forschung zur Verfügung und bilden einen wichtigen Quellenbestand für die Erforschung der „Stillen Heldinnen und Helden“.

Literatur:

Lengnik, Antje: Ein „reiner Mitläufer aus Zwang“. Erfolg und Scheitern der Entnazifizierung in Niedersachsen. In: Sabine Graf, Gudrun Fiedler und Michael Hermann (Hrsg.): 75 Jahre Niedersachsen. Einblicke in seine Geschichte anhand von 75 Dokumenten. Göttingen 2021 [Wallstein Verlag], S. 52-55.

Lessau, Hanne: Entnazifizierungsgeschichten. Die Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit in der Frühen Nachkriegszeit. Göttingen 2020 [Wallstein Verlag].

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